"Sympathischer Größenwahn"
- Warum diese Besetzung? -


"Bedenkt
man den Aufwand, den ein Filmstudio betreiben muss, um Musik, Geräusche
und Stimmen für einen Film aufzubereiten, so ist schon allein der
Umstand, dass die sechs all das in quasi einem einzigen 'Take' machen,
ein großes Staunen wert."
Tatsächlich hat das deutschlandweit handverlesene Ensemble alle Hände (und Münder!) voll zu tun:
- Drei Sprecher, überregional ausgewiesen durch Lesungen, Schauspiel, Gesang und literarische Crossover-Veranstaltungen (z. B. Slam-Poetry), übernehmen über 30 Sprechrollen, differenzieren stimmlich die Vielzahl an Charakteren und meistern zusätzlich klangliche Filmfeinheiten sehr raffiniert (eine Stimme aus dem Off oder aus dem Telefon hat anders zu klingen als eine Stimme im Close-Up; bei einem Film, der so exzessiv innerhalb gesprochener Sätze mehrfach zwischen Schauplätzen hin- und herschneidet, eine echte Koordinationsleistung).
- Drei Musiker, die nicht nur die Titel- und Hintergrundmusiken in einer Triobe-arbeitung der Originalpartitur spielen (12-Ton-Musik für Big Band mit Streichern und zwei Schlagzeugen), sondern auch sämtliche Geräusche des Films mit (zum Teil abwegigen) Requisiten erzeugen - und zwar die vordergründigen Geräusche (z. B. Schritte, Pistolenschüsse oder das Anfahren einer U-Bahn, die sekundenbruchteilgenau stimmen müssen und daher Teil der Partitur geworden sind) und zusätzlich die oft unterschätzte akustische Atmosphäre der Schauplätze, ohne die die cineastische Illusion nicht vollständig wäre. Nebenbei übernehmen sie noch ein paar Sprechrollen.
- Ein Tontechniker, der besessen genug ist, das Mischpult ebenfalls nach einer 100-minütigen Partitur zu "spielen", wodurch die Live-Synchronisation vollends abgerundet wird: Ein Zwiegespräch im Großraumbüro klingt nun einmal anders als eines im U-Bahn-Tunnel, und wenn man einen Streifenwagen von links nach rechts durch das Kinobild rasen sieht, dann möchte man ihn auch von links nach rechts fahren hören.
"Und dann zeigt man diesen Klassiker der politischen Unkorrektheit in einer großen Bühnenshow - ohne Ton. Dazu braucht man einige Männer ohne Nerven, die willens sind, alle Rollen live zu sprechen und obendrein die komplette Filmmusik sowie die gesamte Geräuschkulisse in Echtzeit zum laufenden Film einzuspielen."